GEHÖLZWERTERMITTLUNG

 

Ist ein Schaden an Ihrem Gehölz durch Fremdverschulden entstanden, so haben Sie nach BGB § 249 und § 251 Anspruch auf Schadenersatz.

 

Vorab stellt sich die Frage, wie Bäume rechtlich gesehen angegliedert sind.

Im BGB § 94 [wesentliche Bestandteile eines Grundstücks](1) findet sich dazu eine wichtige gesetzliche Grundlage:

(1) Zu      den wesentlichen Bestandteilen eines Grundstücks gehören die mit dem Boden      fest verbundenen Sachen, insbesondere Gebäude, sowie Erzeugnisse des      Grundstücks, solange sie mit dem Boden zusammenhängen. Samen wird mit dem      Aussäen, eine Pflanze mit dem Einpflanzen wesentlicher Bestandteil eines      Grundstücks.

Eine Ausnahme stellen Baumschulgehölze dar, da sie nur zu einem vorübergehenden Zwecke mit dem Grundstück verbunden sind (BGB § 95 [Scheinbestandteile] (1)

Die Immo-WertV regelt die Verkehrswertermittlung von Grundstücken und seiner Bestandteile wie Gebäude, bauliche Außenanlagen und sonstige Anlagen, sowie des Zubehörs. Da Schutz- und Gestaltungsgrün Grundstücksbestandteil ist, fällt es unter die Vorgaben der Verordnung. Sie gibt das Vergleichswert- Ertragswert- und Sachwertverfahren vor. Beim Schutz und Gestaltungsgrün kommt überwiegend das Sachwertverfahren zum Tragen, welches auch durch TreeConcept Anwendung findet.

Nach BGB § 249 [Schadenersatz durch Naturalherstellung] und BGB § 251 [Schadenersatz in Geld ohne Fristsetzung] besteht im Schadensersatzrecht Anspruch auf Herstellung des Zustandes, wie er vor dem Schaden vorhanden war. Wörtlich genommen müsste grundsätzlich ein zerstörtes Gehölz in gleicher Größe wieder nachgepflanzt werden. Dies ist jedoch in den meisten Fällen weder möglich, noch biologisch empfehlenswert, da eine Naturalrestitution den Gehölzwert im Grundstückszusammenhang bei weitem überschreiten würde. Rechtlich wird daher die Grundstückswertminderung berechnet, da es sich bei Gehölzen nach BGB §94 um Grundstücksbestandteile handelt.

Durch die Kompetenz im Unternehmen finden die gängigen Sachwertverfahren Anwendung. Üblicherweise kommt die Methode Koch bei TreeConcept zum Einsatz. In Einzelfällen (Behördliche Anordnung) kann diese jedoch durch die Methodik der ZierH 2000 ersetzt werden.

 

Sachwertverfahren nach Koch

In dem Sachwertverfahren nach Koch ist die Grundlage der Berechnungen der Wert des genommenen oder zu beurteilenden Schutz- und Gestaltungsgrüns, welcher über die Ermittlung der Normalherstellungskosten abgeleitet wird. Ein ausschlaggebender Punkt ist die Funktion des Gehölzes am jeweiligen Standort. Je höher die Funktion im Grundstückszusammenhang, umso größer und dadurch teurer wird das im Katalog ausgewählte Ausgangsgehölz sein, welches als Grundlage der Wertermittlung dient. Zum Ausgangsgehölz kommen die Normalherstellungskosten für die Pflanzung sowie die Anwachs- und Herstellungszeit des Gehölzes zu gegenwärtigen Preisverhältnissen. Es handelt sich hierbei um die Kosten, welche bis zur Funktionserfüllung des Schutz- und Gestaltungsgrüns anfallen. Hat das Gehölz am Stichtag die Funktion noch nicht erfüllt, wird nicht bis zur Funktionserfüllung, sondern nur bis zum am Stichtag vorgefundenen Zustandes des Schutz- und Gestaltungsgrüns gerechnet.

Damit sind die Herstellungskosten für ein funktionsfähiges oder angetroffenes Gehölz berechnet. Wenn vorhanden, werden nun Alterswertminderungen und Wertminderungen für Mängel und Vorschäden abgezogen. Abschließend erfährt man den Sachwert des Schutz- und Gestaltungsgrüns zum Stichtag.

 

Schadensberechnung von Schutz- und Gestaltungsgrün

Folgende Schäden an Schutz- und Gestaltungsgrün können durch TreeConcept für Sie berechnet werden:

  • Totalschaden
  • Teilschaden      ohne bleibende Grundstückswertminderung (d.h. vorübergehender Schaden für      x Jahre)
  • Teilschaden      mit bleibender Grundstückswertminderung (d.h. ein Restschaden verbleibt)